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Konrad .:. Missionsbraeute

Konrad, Dagmar, Missionsbräute. Pietistinnen des 19. Jahrhunderts in der Basler Mission. Münster, New York, München, Berlin: Waxmann, 2001. 514 Seiten mit Abbildungen und Literaturverzeichnis. Kartoniert. Grossoktav.
* Internationale Hochschulschriften; 347. - Umschlag mit schwachen Gebrauchsspuren.

Konrad Dagmar | XIX Jahrhundert | Evangelische | Protestantismus | Pietismus | Basler Mission
http://book.ac/116561.html





"… die Sehnsucht nach Afrika zu dem nie gesehenen, aber dennoch geliebten Bräutigam."
Diese Worte notierte Christiane Burckhardt aus dem schwäbischen Möttlingen im Jahr 1867 in ihr Tagebuch. Sie war eine der Frauen, die im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in die Mission heirateten. Ihr Weg führte sie nach Indien, Afrika oder China. Sie hatten eingewilligt, einen Missionar zu heiraten. Diese Heiratspraxis basierte auf der Heiratsordnung der Basler Mission, die vorschrieb, dass Missionare ledig nach Übersee ausreisten und erst nach Ablauf von zwei Jahren Bewährungsfrist eine Braut nachgeschickt würde.

Was bewegte diese Frauen ihre Heimat und ihr soziales Umfeld zu verlassen und – oft für immer – sich auf ein unbekanntes Leben in der Fremde einzulassen? Wie gestaltete sich das Heiratsprocedere? Was empfanden die Frauen während der Abschiedszeit in der alten Heimat? Wie erlebten sie die wochenlange Reise über Land, per Schiff, mit dem Ochsenwagen? Wie sah das neue Leben, der Alltag, auf der Missionsstation aus?

Die Autorin fand Spuren, die diese Frauen hinterliessen: Briefe, Tagebücher, Fotografien – subjektive Quellen aus Privatbesitz. Neben den offiziellen Quellen aus dem Archiv der Basler Mission sind es vor allem diese neu entdeckten und erstmalig wissenschaftlich ausgewerteten Selbstzeugnisse, auf deren Basis sie die Frauen zum Leben erweckt und durch die die auf den ersten Blick skurril anmutende Heiratspraxis verstehbar wird. Es entsteht ein dichtes, lebendiges und facettenreiches Bild der Lebens- und Missionsgeschichte in ihrem Kontext von Biographie, Kultur und Alltag. Und es entsteht ein neues, anderes Bild weiblicher Frömmigkeit, die von der Forschung allzu lange ausgeblendet und unbeachtet blieb.


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